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Verlässliche Kinderbetreuung ist unabdingbar

Der Staat tut Vieles, um die Kinderbetreuungsangebote für junge Eltern stetig zu verbessern. Hier klappt leider auch nicht immer alles, insbesondere auch in der Ausfinanzierung zusätzlicher Angebote. Aber der Wille ist erkennbar.

Aus vielfältigen Gründen ist es heute oftmals wichtig, dass beide Elternteile berufstätig sein können. Deshalb sind diese, insbesondere wenn sie ab von Ihren eigentlichen Familienstrukturen wohnen, leben und arbeiten, auf verlässliche Angebote in der Betreuung ihrer Kinder zu definierten Zeiten angewiesen. Über die Tatsache, dass dies in Coronazeiten schwieriger ist als vor der Pandemie müssen wir nicht diskutieren, aber wir sollten uns auch nicht den Luxus erlauben, alle Unzulänglichkeiten mit Corona zu begründen.

In der Kindertagesstätte Monsheim klemmt es hier mächtig. Als besonders schlimm empfinde ich, dass man noch nicht einmal bereit ist, mit einer gewissen Offenheit die aufgeworfenen Probleme sachlich zu diskutieren. Man duckt sich hinter Stellungnahmen „Alles ist gut, Probleme gibt es hier nicht“, man verschanzt sich hinter vermeintlichen Vorschriften, man argumentiert mit teilweise selbst herbeigeführtem Personalmangel (Betriebsklima, Konzepte) und man erscheint nach außen als völlig beratungsresistent.

Was sollen berufstätige Eltern machen, wenn im Laufe des Vormittags fast wöchentlich die e-mail kommt, bitte Kind abholen? Was soll ein Arbeitgeber machen, wenn aufgrund nicht sicher gestellter Betreuung Fehlzeiten bei Mitarbeiter bis zu einem Drittel der Arbeitszeit auftreten? Solche Dinge führen in aller Regel auch nicht dazu, dass die Stellung junger Eltern (meistens sind es junge Frauen) im Arbeitsmarkt gestärkt wird. In Monsheim ignoriert man Unzufriedenheiten bei den Eltern, bei der Kommune und bei betroffenen Arbeitgebern.  Inzwischen suchen Eltern schon andere Betreuungsmöglichkeiten, um halbwegs Stabilität in den täglichen Ablauf zu bekommen. Das kann nicht Sinn und Zweck von Rechtsansprüchen auf Betreuung und Verausgabung nicht unerheblicher Steuergelder für Kindertagesstätten sein. Vielleicht sollte man seitens des Trägers mal den Mut haben, eine anonymisierte Befragung der Eltern nach ihrer Zufriedenheit mit der Betreuung durchzuführen.