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      Die politische Schlacht um Monsheim-Kriegsheim

Wenn man sich die kommunalpolitischen Verhältnisse in der Verbandsgemeinde Monsheim so anschaut, fällt die Konstellation in Monsheim-Kriegsheim, der Sitzgemeinde der VG Monsheim, besonders auf.

Während in anderen Gemeinden mit Ach und Krach zwei Listen zusammenkamen, bewerben sich in Monsheim-Kriegsheim gleich 4 Formationen mit 80 Kandidaten um die 20 Sitze im Gemeinderat.

Die Freien Wähler sind seit 1974 am Start und haben über lange Jahre die Geschicke in der Gemeinde gelenkt. SPD und CDU gab´s auch schon immer. Neu ist die Liste Unabhängiger Kandidaten (LUK), die wie Phönix aus der Asche kam. Verschiedene personelle Besetzungen innerhalb der LUK und das gegenseitige Promoten in den sozialen Netzwerken lassen für den „kommunalpolitischen Erfahrenen“ den Schluss zu, dass die SPD eine weitere Formation aus dem Hut gezaubert hat, um die Vormachtstellung im Monsheimer Gemeinderat zu halten. Auf VG-Ebene hat das auch schon mal funktioniert. Das ist durchaus legitim, angenehmer und offener wird es noch, wenn man ehrlich darüber spricht.

Die Wahl am 09. Juni 2024 wird auch darüber entscheiden, wie es mit der Entwicklung der Gemeinde weiter geht. Derzeit wurden die Weichen nach meiner Meinung und unabhängig davon, wer das letztendlich unterstützt hat oder nicht, leider in Richtung eines viel zu schnellen Wachstums gestellt. Die Bauinvestorprojekte Sparkasse, Burgunderhöfe und Baugebiet am Woog werden Monsheim-Kriegsheim bezüglich der Einwohnerzahl so schnell wachsen lassen wie noch nie. Einheimische werden es schwer haben, sich auf dem hiesigen Immobilienmarkt noch bedienen zu können. Die Infrastruktur (Kindergärten, Schule) wird deutlich auf Kosten der Gemeinde nachgebessert werden müssen. Bisher ist es immer noch gelungen, über unsere Vereinsstrukturen die Neubürger im Dorf zu integrieren, auch das wird schwierig werden.

Nach meiner Auffassung (auch unabhängig davon, wer das letztendlich in die Wege geleitet hat) hat man sich in der Kommune zu vielen kostenträchtigen, vielleicht auch überdimensionierten Projekten hinreißen lassen, Fördergelder (auch das sind Steuergelder) hin oder her. Die Zukunft wird zeigen, ob wir in der VG Monsheim eine 14 Millionen-Halle benötigt hätten, ob die Gemeinde einen Friedhofparkplatz für 250 000 € bauen mußte, den sie eigentlich nicht gebraucht hätte. Trotz der Zurechtweisungen in den sozialen Medien finde ich eine gemeindeeigene Bauhofhalle für 558 000 € (vor Bau) kostentechnisch völlig überzogen. Sicher braucht die Gemeinde einen Abstellplatz; aber über eine halbe Million auszugeben, um zwei Autos, einen Anhänger 3-4 Rasenmäher, einen Container mit Hochwasserschutzplanken und Kleinmaterial unterzustellen, halte ich für etwas übertrieben.

Aber es gibt auch gute Entwicklungen; mit Einrichtung der Weinrast wurde nicht nur etwas für den Tourismus, sondern auch für die heimische Bevölkerung getan. Es bleibt zu hoffen, dass die anfänglich hohe Akzeptanz anhält.

Die Monsheim-Kriegsheimer hatten schon immer ein feines Gespür dafür, was sie wollen oder nicht wollen. Der 09. Juni wird es an den Tag bringen. „Schauen wir mal,“ sagte einst Kaiser Franz!